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Ab in die Mitte: "Wir haben eine Bevölkerung, die Industrieansiedlungen begrüßt"
Ab in die Mitte: "Wir haben eine Bevölkerung, die Industrieansiedlungen begrüßt"
Creditreform Unternehmermagazin
Creditreform Magazin, 10.12.2010
Prof. Dr. Georg Frank, Erster Vorsitzender der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland GmbH, über den Wirtschaftsraum Mitteldeutschland
Wenn Sie einem Unternehmer erklären müssten, warum er in Mitteldeutschland investieren sollte, was würden Sie ihm sagen?
Mitteldeutschland hat eine hervorragende Infrastruktur, ein Potenzial an sehr gut ausgebildeten Mitarbeitern, eine starke Unterstützung durch Politik und Verwaltung sowie eine Bevölkerung, die Industrieansiedlungen begrüßt. Hinzu kommen gute Netzwerke über Clusterprozesse.
Das sind die Pluspunkte. Und was könnte noch besser werden?
Wir hatten kürzlich die Gelegenheit, Minister de Maizière unsere wichtigsten Punkte vorzutragen. Danach brauchen wir zunächst eine Sicherung der Landeshaushalte. Dann brauchen wir die langfristige Sicherung des Fachkräftebestands. Und wir brauchen eine stabile und bezahlbare Energieversorgung, denn wir haben viel Grundindustrie.
Gab es weitere Punkte, die Sie dem Minister vorgelegt haben?
Ja. Wir hätten gern die Fertigstellung der Infrastrukturprojekte, die A72 Leipzig-Chemnitz zum Beispiel, oder den Ausbau der Zugstrecke zwischen Dresden und Erfurt, um die Region Chemnitz-Gera-Jena an die ICE-Strecke Berlin-München anzubinden. Wichtig ist auch die Stärkung der betrieblichen Innovationskraft, das heißt Forschungsförderung für unsere Betriebe. Schließlich haben wir kaum Konzernzentralen, die den Löwenanteil der Forschung in Deutschland finanzieren.
Wie hilfreich ist die Entstehung der „Metropolregion Mitteldeutschland“ für die Realisierung dieser Aufgaben?
Sehr, denn ein Mitteldeutschland mit fast neun Millionen Einwohnern kann sich besser behaupten als drei kleine Bundesländer. Außerdem sind die Akteure der Metropolregion zum Teil identisch mit denen in der Wirtschaftsinitiative. Klar ist: Die Punkte, die wir dem Minister vorgetragen haben, gelten auch für die Metropolregion.
Kann man also davon ausgehen, dass die Wirtschaftsinitiative bald zum Sprecher der Metropolregion wird?
Was in fünf Jahren sein wird, das weiß ich nicht. Entscheidend ist, dass wir schon heute an einem Strang ziehen.
Autor: Die Fragen stellte Peter Stippel
Mitteldeutschland Fakten…
Die Metropolregion Mitteldeutschland vereint elf Städte aus Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Die Wirtschaft begrüßt dieses Zusammenwachsen. Denn eine Metropolregion kann besser im Wettbewerb um Fachkräfte, Fördermittel und Investitionen konkurrieren und die Ressourcen intelligenter verteilen.
Probleme entstehen aber auch: durch die Ausgrenzung der ländlichen Regionen, die mangelnde Identifikation der Bürger und das fehlende Engagement der Politiker. Neben der traditionell starken Stellung im Fahrzeug-
und Maschinenbau, der Chemie und Kunststoffverarbeitung profiliert sich Mitteldeutschland heute auch als Standort der Logistik, der Hochtechnologie und der erneuerbaren Energien.
…und Zahlen
| Bundesland |
Sachsen |
Thüringen |
Sachsen-Anhalt |
Fläche in qkm
(Anteil in Deutschland in %) |
18.419
(5,2) |
16.172
(4,5) |
20.447
(5,7) |
Bevölkerung 2009 in Mio.
(Anteil in Deutschland in %) |
4,17
(5,1) |
2,25
(2,7) |
2,36
(2,9) |
BIP in jeweiligen Preisen 2009
(Mrd. Euro) |
92,85 |
48,87 |
51,48 |
Steigerung BIP 1. Halbjahr 2010
(in % gegenüber 2009) |
3,0 |
4,3 |
2,5 |
| Lohnkosten je Arbeitnehmer 2009 (Euro) |
28.121 |
27.510 |
27.959 |
Handelsregisterneueintragungen
1. Halbjahr 2010 |
1.620 |
760 |
900 |
Steuereinnahmen 2009
(Anteil in Deutschland in %) |
5,6 |
3,0 |
3,2 |
Gewerbesteuerhebesätze 2009
(Veränderung zu 2008 in Prozentpunkten) |
411
(0) |
341
(-3) |
348
(+16) |
Quellen: Statistisches Bundesamt, Creditreform Datenbank
Ab in die Mitte - Mitteldeutschland ist ein hervorragender Industrie- und High-Tech-Standort - vor allem für Mittelständler.
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