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Risikomanagement mit System – Integrierte Lösungsansätze für kleine und mittlere Unternehmen

Trotz einer leicht verbesserten Zahlungsmoral und obwohl Deutschland noch immer als Konjunkturlokomotive Europas bejubelt wird, sind die Schäden, die der deutschen Wirtschaft durch Insolvenzen entstehen, weiterhin beträchtlich. Wie Sie Ihre Zahlungsausfallrisiken konsequent minimieren.

Zwar stieg der Creditreform ZaC-Index, der das Zahlungsverhalten der Kunden und das der Unternehmen selbst in einem Indikator zusammenfasst, im Frühjahr 2008 um immerhin 0,2 auf 66,4 von 100 möglichen Punkten und erreichte damit einen neuen Höchststand.

Dennoch muss einem effektiven und umfassenden Risikomanagement heute mehr denn je hohe Priorität beigemessen werden. Denn ausstehende Forderungen sind für jeden Unternehmer ein Ärgernis. Einerseits verdient der Gläubiger für seine Leistungen eine angemessene und pünktliche Entlohnung, andererseits ist er auch auf sie angewiesen, denn Forderungsausfälle kosten bares Geld. Unternehmen, die gezwungen sind, Forderungen als uneinbringlich auszubuchen, müssen die entstandene Lücke mit eigenen Mitteln überbrücken. Dafür fehlt aufgrund der oft beschworenen Eigenkapitalmisere im deutschen Mittelstand aber meist die notwendige finanzielle Flexibilität.

Die Mischung macht’s

Für Unternehmen, die Zahlungsausfallrisiken konsequent vermeiden wollen, ist ein konsequentes und umfassendes Risikomanagement daher auch in Phasen des konjunkturellen Aufschwungs und der finanziellen Konsolidierung von essentieller Bedeutung. Anderenfalls besteht die Gefahr unerkannter oder falsch bewerteter Kreditrisiken, die früher oder später zu Forderungsausfällen führen können. Die beste Möglichkeit, dies zu vermeiden, besteht in einer Mischung aus Vorsorge und straffem Forderungsmanagement. Vor einer neuen Kundenbeziehung – egal, ob zu Privatpersonen oder Unternehmen – sollte sich der Unternehmer ein Bild von der Bonität des potenziellen Kunden machen.

Dazu können entsprechende Auskünfte aus den Datenbanken von Creditreform eingeholt werden. Doch neben der einzelnen Prüfung des Kreditrisikos ist es für Unternehmen immer wichtiger einzuschätzen, welches Geschäft sie mit welchen Kunden noch machen können. Der Kundenwert rückt zunehmend in den Mittelpunkt, um ein gezieltes und vertriebsorientiertes Kreditrisikomanagement betreiben zu können. Wesentlich ist es dabei, dass die Antragsprüfung und Kreditvergabe objektiver werden. „Bauchentscheidungen“ sind nicht nur häufig falsch, sondern oft auch nicht nachvollziehbar. Definierte Entscheidungsvorlagen, kombiniert mit gezieltem Rating- und Scoringverfahren, bieten hier Abhilfe.

Hoher manueller Aufwand

Viele Unternehmen betreiben ihr Risikomanagement dabei jedoch mit zum Teil sehr hohem manuellen Aufwand und hohen Prozesskosten. Andere Unternehmen sind hier bereits einige Schritte weiter und nutzen die Vorteile einer integrierten Systemlösung im Unternehmen, um Forderungsausfälle zu vermeiden, Prozesskosten zu senken und eine deutliche Ertragsverbesserung zu erreichen. Aufgabe eines modernen Risikomanagements ist somit die Identifikation, Analyse und Bewertung von Zahlungsausfallsrisiken in den Bereichen Marketing-, Kredit- und Forderungsmanagement.

Entscheidend ist, dass sich die gewählte Software-Lösunge in die bestehenden IT-Lösungen und Systeme, z. B. CRM- oder ERP-Lösungen im Unternehmen, integrieren lässt. Der Wirtschaftsinformationsdienstleister Creditreform beispielsweise bietet mit seiner integrierten Risikomanagement-Systemlösung „CrefoSystem“ eine Gesamtlösung für das unternehmerische Risikomanagement an. Dafür bietet die Online-Systemplattform Unterstützung in den Bereichen Geschäftspartner- und Marketingmanagement, Kreditrisikomanagement sowie Forderungs- und Limitmanagement. Der Anschluss an den Zahlungserfahrungspool von Creditreform ist ebenfalls eine wichtige Komponente.

Gezielte Automatisierung und Prozessoptimierung

Um die nötige Automatisierung und Prozessoptimierung zu erreichen, werden definierte Workflows, Arbeitsanweisungen und Regeln zur Ausführung der Geschäftsprozesse erstellt, die sich innerhalb des Systems abbilden und umsetzen lassen. Dadurch dass das System neben der klassischen Lizenzlösung auch als OnDemand-Lösung (Mietmodell) angeboten wird, kann das System in kürzester Zeit im Unternehmen eingeführt werden. Auch alle weiteren Arbeitsschritte wie Hosting, oder Administration werden vom Anbieter übernommen. Somit entfallen Kosten für zusätzliche Hardware, Installation, Administration, Schulung und Wartung.

Wird eine weniger umfangreiche Lösung benötigt, bietet das Unternehmen eine abgespeckte Version des Systems an. Mit CrefoSystem kompakt können Standardprozesse bei der Kreditvergabe und -prüfung unterstützt und die Basisanforderungen im Kreditrisikomanagement bis hin zu einer einfachen Kreditlimitberechnung abgedeckt werden.

Der Einsatz eines solchen Systems macht es also möglich, einheitliche und nachvollziehbare Kreditentscheidungen zu treffen, die auf konsistenten Bewertungen basieren. So wird der manuelle Aufwand bei der Kundenprüfung verringert und ein dauerhaftes Monitoring ermöglicht. Das Ergebnis ist ein umfangreiches und automatisiertes Frühwarnsystem, das durch die Automatisierung von Kreditprozessen zu geringeren Prozesskosten und damit zu einer Reduzierung von Forderungsverlusten beiträgt.

Darüber hinaus verbessert der Einsatz eines integrierten Risikomanagement-Systems die Bewertung im Rating-Prozess und trägt damit zur Professionalisierung der unternehmerischen Finanzkommunikation bei. So ist ein positives Rating-Ergebnis inzwischen integraler Bestandteil der Unternehmensbewertung im Rahmen der Kreditvergabe durch Banken oder beim bankinternen Scoring. Auch bei Ausschreibungen oder der Anbahnung neuer Geschäftskontakte kann ein Rating als externer Nachweis der eigenen Bonität eingesetzt werden.

 

aus "Creditreform – das Unternehmermagazin aus der Verlagsgruppe Handelsblatt", Autor: Michael Bretz

 

 

 



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