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Factoring für den Mittelstand

Angesichts steigender Zahlungsausfälle einerseits und zurückhaltender Kreditvergabe seitens der Geschäftsbanken andererseits gewinnen alternative Finanzierungsformen immer stärker an Bedeutung. Insbesondere der Mittelstand profitiert von Liquiditätssteigerungen durch Forderungsverkäufe an einen Factor.

Der Mittelstand hat in Deutschland einen hohen wirtschaftlichen Stellenwert: 99,7 Prozent aller umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen in Deutschland zählen zum Mittelstand und erwirtschaften rund 43 Prozent aller Umsätze. Aber gerade die mittelständischen Unternehmen in Deutschland haben mit einer chronischen Eigenkapitalschwäche zu kämpfen. Die durchschnittliche Eigenkapitalquote bei den kleinen und mittleren Unternehmen beläuft sich auf 7,5 Prozent, bei Großunternehmen auf 20 Prozent. Im europäischen Ausland liegen die Eigenkapitalquoten deutlich höher. In Frankreich und den Niederlanden über 30 Prozent.

Hinzu kommt die schwache Liquiditätsausstattung vieler Unternehmen: Ein verbesserungswürdiges Zahlungsverhalten – laut einer Creditreform Analyse bezahlt rund ein Drittel der Kunden des Mittelstandes seine Rechnungen nicht pünktlich – lange Forderungslaufzeiten sowie die hohe Zahl von Unternehmensinsolvenzen – 2005 mussten insgesamt 37.900 Firmen aufgeben – tragen ihren Teil dazu bei. Und: Ende 2006 werden die neuen Eigenkapitalrichtlinien nach Basel II umgesetzt. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen müssen sich dann den veränderten Gegebenheiten anpassen und sich einer Bonitätsprüfung unterziehen. Ein Rating bestimmt auch die Fremdkapitalkonditionen bei den Geschäftsbanken. Sowohl bei kurzfristigen als auch bei langfristigen Krediten ist eine Zurückhaltung bei den Geschäftsbanken zu spüren.

Unter diesen Bedingungen gewinnen alternative Finanzierungsinstrumente wie zum Beispiel Factoring immer stärker an Bedeutung. Beim Factoring verkauft ein Unternehmen seine Forderung an einen Factor und erhält die Rechnungsbeträge abzüglich einer Factoringgebühr sofort ausgezahlt. Mit dem Forderungsverkauf überträgt der Kunde gleichzeitig das komplette Ausfallrisiko auf den Factor. Die Vorteile: Die Liquidität des verkaufenden Unternehmens verbessert sich, das Unternehmen wird vom Debitorenmanagement entlastet und kann sich auf seine Kernkompetenzen konzentrieren. Gerade stark expandierende Unternehmen nutzen Factoring um ihren steigenden Liquiditätsbedarf zu decken und um Zahlungsausfälle- und -verzögerungen zu überbrücken.

Bei Crefo Factoring, einem Beteiligungsunternehmen der Creditreform Unternehmensgruppe, hat sich der Umsatz (Volumina Forderungsankauf) von 14 Millionen Euro im Jahr 2000 auf 399 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2005 erhöht. Die 14 Crefo Factoring Gesellschaften haben sich auf kleine und mittlere Unternehmen mit einer Jahresumsatzgröße zwischen 0,5 und 4 Millionen Euro spezialisiert. Bis dato hatten sich die Factoring-Anbieter überwiegend auf Großunternehmen konzentriert; die Gründung der ersten Crefo Factoring Gesellschaft Ende der 90er Jahre hat also eine Marktlücke geschlossen. Crefo Factoring profitiert von dem Angebot an Wirtschaftsinformationen und Inkasso-Dienstleistungen der Unternehmensgruppe Creditreform. Durch das regionale Netzwerk von Creditreform mit 130 Geschäftsstellen in ganz Deutschland bietet die Unternehmensgruppe ihren Kunden eine sehr gute Infrastruktur, die eine professionelle und zeitnahe Kundenberatung gewährleistet. Know-how im Debitorenmanagement ist ebenso garantiert wie eine genaue Beurteilung der Auftraggeberstruktur/Debitoren nach Firmengröße, Umsatz, Branche und der Bonität aufgrund der tagesaktuell recherchierten Wirtschaftsauskünfte von Creditreform.

Eine solide Bonitätsprüfung als unerlässliche Grundlage für das Factoring 

Gerade die Bonitätsprüfung spielt im Factoring-Prozess eine wichtige Rolle. Bevor ein Vertrag mit Crefo Factoring zustande kommt, überprüfen die Gesellschaften die Bonität des Unternehmens. Denn Factoring ist kein geeignetes Finanzierungsinstrument, um Unternehmen, die kurz vor der Pleite stehen, mit einer Liquiditätsspritze über Wasser zu halten. Das Gegenteil ist der Fall, krisenanfällige Unternehmen werden als Factoring-Partner abgelehnt. Kommt ein Vertrag zustande, prüft der Factor während der Zusammenarbeit laufend die Bonität der Debitoren und setzt für jeden Debitor ein individuelles Ankauflimit fest. Für den Forderungsankauf ist es Voraussetzung, dass erbrachte und unstrittige Leistungen zu Grunde liegen. Als factoringfähige Branchen gelten vor allem Handel, Produktion und Dienstleistung. Durch die professionelle Debitorenbearbeitung und Bonitätsprüfung entstehen im Unternehmen freie Kapazitäten, das Zahlungsverhalten der Kunden verbessert sich und die Liquidität steigt. Alles in allem steht Factoring also für mehr Wachstum und erhöhte Liquidität. Dadurch profitieren gerade mittelständische Unternehmen von diesem Finanzierungsinstrument.

Zum Autor

Udo Pyszny ist Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Vereine Creditreform e. V.



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